Firmengeschichte
Ende des 19. Jahrhunderts entstand in Magdeburg ein großer Chemiekomplex unter dem Namen „Saccharin-Fabrik, Aktiengesellschaft, vorm. Fahlberg, List & Co.“. Es wurden neben dem im Firmennamen angegebenen Produkt Saccharin vor allem Pflanzenschutzmittel und auch erstmals synthetische Kunstharze hergestellt.
Nach dem zweiten Weltkrieg drohte die Enteignung des Werkes durch die sowjetischen Machthaber, so daß sich die Eigentümerfamilie Anfang der 50er Jahre entschloß, gemeinsam mit einem der führenden Chemiker, ein Werk in Wolfenbüttel, Westdeutschland aufzubauen. Seitdem wurden unter der Firmenbezeichnung „Fahlberg-List, chemische Werke GmbH“ vor allem Pflanzenschutzmittel gegen Kartoffelschädlinge hergestellt.
(Der „VEB Fahlberg-List“ existierte bis einige Jahre nach der Wiedervereinigung an gleichem Ort in Magdeburg, einige Betriebsteile wurden dann von Hexal übernommen)
Kurz nach der Gründung erkannte die Geschäftsführung (Christian Koch, Dr. Günther Goeze) den enormen Bedarf an Farben und Lacken. Der Aufbau der Abteilung „Spezial-Lacke“ erfolgte in der zweiten Hälfte der 50er Jahre. 1959 wurde die Leitung dieser Abteilung Hans-Reiner Brüche übergeben, dem Vater unseres heutigen Geschäftsführers Jörg Brüche.
In den 60er Jahren wurden unter den Markennamen „Falima“ (= Fahlberg-List, Mageburg), „Pefalon“ und „Leukolin“ hochwertige Industrielacke für die Mühlenindustrie, den Silo- und Behälterbau und für die Serienbeschichtung von Asbestzementerzeugnissen hergestellt.
1969 wollten sich Geschäftsführung und Eigentümer aus dem aktiven Geschäft zurückziehen und verkauften das Unternehmen an die Ciba-Geigy-Gruppe, Basel. Die Abteilung Spezial-Lacke wurde jedoch nicht veräußert, sondern mit dem Namen „Teleplast GmbH & Co. KG“ unter Beteiligung des Managements und einiger ehemaliger Gesellschafter der Fahlberg-List GmbH als eigenständiges Unternehmen weitergeführt (heute nennt man das Verfahren wohl Neudeutsch „Management-Buy-Out“).
Unter der Geschäftsführung von Ingeborg Schulze und Hans-Reiner Brüche wurde das Geschäft mit der Baustoffindustrie (Faserzementerzeugnisse), der kunststoffverarbeitenden Industrie und der Fertighausindustrie ausgebaut. Die Kontakte zur Fertighausindustrie führten Anfang der 70er Jahre zur Entwicklung des Produktes „Teleplan-Platte“. Zur Herstellung dieser grossformatigen Dämmstoffplatte wurde 1975 das Werk in Braunschweig-Gliesmarode aufgebaut.
Bis 1993 wurde an zwei Standorten (Lacke in Wolfenbüttel, Fertighausprodukte in Braunschweig) produziert. Mit dem Verkauf des Geländes in Wolfenbüttel zum 1.1.1994 konnten beide Betriebsteile in Braunschweig zusammengelegt werden. Der Verkaufserlös für das Grundstück in Wolfenbüttel wurde vollständig reinvestiert, so dass ein sehr modernes Werk für die Lackproduktion entstand.
Zeitgleich zogen sich Ingeborg Schulze und Hans-Reiner Brüche aus der Geschäftsführung zurück und übergaben die Verantwortung an Jörg Brüche.
Teleplast produziert heute neben Systemlösungen für Holz- und Möbeloberflächen, Faserzement und Fassadendämmlösungen für die Fertighausindustrie (System Teleplan) auch Lacke für den Oberflächenschutz von Betonwaren und diverse Sonderlösungen für Kunststoffuntergründe.




